Weiterführende Schule

Der Übergang in die Fünfte

  1. Alle Eltern wollen das Beste für ihr Kind.
  2. Wenn das Beste für alle Kinder eine bestimmte Schulform (z.B. das Gymnasium) wäre, könnten alle Kinder dort hingehen. Das Ergebnis wäre dann eine Gesamtschule anstelle vier verschiedener Schulformen.
  3. Kinder sind nicht vergleichbar. Das beginnt schon mit der Geburt; manche Kinder kommen mit knapp sechs Jahren in die Schule, andere sind dann schon sieben Jahre alt. Erstgeborene Kinder werden von «Erst-Eltern» anders erzogen als ihre Geschwister. Die jüngeren Kinder können von ihren älteren Geschwistern schon vieles abgucken. Es gibt noch viele weitere Unterschiede zwischen Kindern, ohne dass da jemand "etwas falsch gemacht" hat.
  4. Viele Kinder könnten durchaus eine bestimmte Schulform schaffen - aber der Preis wäre zu hoch: zu wenig Freizeit, zu viel Stress und Prüfungsangst, zu geringes Selbstwertgefühl. Was letztlich zählt, ist wo und wie ein Kind nach seinem Schulbesuch ankommt. Das Ziel ist wichtig -der Weg dort hin aber auch!
  5. Wenn ein Kind seinen Arbeitsplatz (die Schule) wechselt, geht es ihm ähnlich wie seinen Eltern, wenn die ihre Stelle wechseln. Wie fühlt es sich an, wenn jemand beispielsweise in der neuen «Firma» mehr arbeiten muss, dafür aber «weniger Lohn» (schlechtere Noten, weniger Lob und Anerkennung...) bekommt? Wie lange werden wir Erwachsenen das aushalten - wie lange ist das für ein Kind zumutbar.
  6. Erstes Ziel für alle Kinder sollte ein guter Schulabschluss nach dem 10. Schuljahr sein. Wer dieses Ziel erreicht, hat die Eintrittskarte für den weiteren Schul- und Berufsweg in der Tasche. Die allgemeine Schulpflicht ist erfüllt - der Rest ist freiwillig. Wer jetzt noch weiterhin zur Schule gehen will und kann, sollte das tun. Wer aber mit 16 oder 17 Jahren (zumindest vorerst) genug von Schule hat, nimmt einen anderen Weg zu seinem Ziel.
  7. Langfristig setzt sich Qualität durch. Sie alle haben gute und qualifizierte Kinder; jedes für sich - auf seine besondere Art - mit seinem Recht auf eine schöne Kindheit und Jugend.
  8. Gute Eltern erkennt man nicht an der Wahl der schwierigsten Schulformen, sondern an der Entscheidung für die angemessene Schulform.
  9. Wenn Sie feststellen sollten, dass Sie trotz bester Absicht eine falsche Entscheidung getroffen haben, dass Ihr Kind überfordert ist, dass es wegen der Überforderung aggressiv oder depressiv wird, wenn Sie andere Symptome feststellen: Es ist nie zu spät für Verbesserungen!
  10. Kinder merken, dass die Eltern nur «ihr Bestes» wollen. Das Beste ist ihre Kindheit, und die lassen sie sich zum Glück nicht einfach so nehmen; so überwichtig darf Schule nicht werden. Alle Eltern versuchen, gute Eltern zu sein. Das ist nicht einfach und gelingt selten problemlos. Fehler sind menschlich und erlaubt. Es reicht Kindern, eine relativ gute Mutter und einen relativ guten Vater zu haben. Und Kinder wünschen sich, dass ihre Eltern auch mit ihnen als einem relativ gutem Kind und mit einem relativ guten Schulverlauf zufrieden sind.